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„Konsequenzen statt Zuschauen“: Amnesty International protestiert bei Österreich-Israel Länderspiel

25. September 2026

Während des Länderspiels Österreich gegen Israel in Linz hat Amnesty International Österreich mit „END GENOCIDE“-Banner im Publikum auf die Situation der palästinensischen Bevölkerung in Gaza aufmerksam gemacht. Die Menschenrechtsorganisation fordert von der österreichischen Bundesregierung konkrete Maßnahmen gegen schwere Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen das Völkerrecht.

Heute haben tausende Menschen auf den Rasen in Linz geschaut. Für einen Moment haben wir ihren Blick nach Gaza gelenkt, wo das Sterben und das Leid trotz Waffenruhe weitergehen. Unser Protest richtet sich nicht gegen die Spieler und nicht gegen die Fans. Er richtet sich gegen Regierungen, die genau wissen, was in Gaza geschieht, und trotzdem nichts tun.

Alexander Weihrauch, Campaigner bei Amnesty International Österreich

„Österreich hat für seine Kandidatur für einen Sitz im UN-Sicherheitsrat mit dem Versprechen geworben, für ‚die Sicherheit des Rechts anstatt des Rechts des Stärkeren‘ einzutreten. Dieses Versprechen muss auch für Gaza gelten. Der anhaltende Völkermord und die gewaltsame Vertreibung im Westjordanland dürfen nicht aus der öffentlichen Aufmerksamkeit verschwinden. Wenn weiterhin Menschen getötet werden und der Zugang zu humanitärer Hilfe eingeschränkt wird, ist das kein Frieden. Es braucht endlich Konsequenzen statt Zuschauen bei Israels schweren Völkerrechtsverletzungen.“

Amnesty International fordert die Bundesregierung auf, sich für ein Aussetzen des EU-Israel-Assoziierungsabkommens einzusetzen, den Handel mit illegalen Siedlungen zu verbieten und unabhängige Untersuchungen sowie die Strafverfolgung der Verantwortlichen zu unterstützen.

Anfang September kündigten zwölf Staaten, darunter acht EU-Mitglieder, Beschränkungen für Waren aus völkerrechtswidrigen Siedlungen im Westjordanland an. Österreich schloss sich dieser Initiative nicht an.

Israels Teilnahme an der UEFA Nations League widerspricht eigenen Statuten

Fußball lässt sich von der Besatzung nicht trennen. Mindestens sechs Vereine mit Sitz in völkerrechtswidrigen Siedlungen im besetzten Westjordanland spielen in israelischen Ligen. Der Israelische Fußballverband (IFA) trägt damit zur Verfestigung der Siedlungen bei. Amnesty verweist dabei auch auf die FIFA-Statuten, wonach Mitgliedsverbände und ihre Vereine nicht ohne Zustimmung auf dem Gebiet eines anderen Mitgliedsverbands spielen dürfen.

Amnesty International forderte deshalb FIFA und UEFA im Oktober 2025 auf, den IFA zu suspendieren, bis Vereine aus illegalen Siedlungen von seinen Ligen ausgeschlossen sind. Die FIFA lehnte im März 2026 jedes Vorgehen ab und bezeichnete den völkerrechtlichen Status des Westjordanlands als ungeklärt. Der Internationale Gerichtshof hat jedoch bereits 2024 festgestellt, dass Israels Präsenz im besetzten palästinensischen Gebiet rechtswidrig ist.

In Irland gibt es unter dem Titel „Stop the Game“ starken öffentlichen Widerstand gegen die Teilnahme Israels an Fußballwettbewerben. Die Football Association of Ireland (FAI) hatte die UEFA aufgefordert, eine Suspendierung Israels von UEFA-Wettbewerben zu prüfen. In Folge werden die Spiele zwischen Irland und Israel außerhalb der beiden Länder und teils ohne Publikum ausgetragen.

Kein Frieden in Gaza, Vertreibung im Westjordanland

Seit dem Waffenstillstandsabkommen vom 10. Oktober 2025 wurden laut jüngstem Bericht des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) mindestens Palästinenser*innen getötet und 4.541 verletzt. Israelische Luftangriffe und andere Angriffe treffen weiterhin dicht besiedelte Gebiete. Anfang September verweigerten die israelischen Behörden erneut die Einfuhr von fast 37.000 Stück Bauholz und 660 Notunterkunftssets, obwohl der Winter bevorsteht.

Auch im Westjordanland verschärft sich die Lage. Von Jänner bis August dokumentierte die UNO mehr als 1.600 Angriffe von Siedler*innen, im bisherigen Jahr wurden mehr als 4.000 Palästinenser*innen vertrieben. In einem im Juni veröffentlichten Bericht dokumentiert Amnesty International ethnische Säuberung und die fortschreitende Annexion des besetzten Westjordanlands durch israelische Behörden.

Amnesty International hat im Dezember 2024 nach umfassender Untersuchung festgestellt, dass Israel in Gaza Völkermord begeht. Eine Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats kam im September 2025 zum selben Ergebnis.

Genozid in Gaza: Gegen das Schweigen und für die Opfer

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