
Stoppt den Genozid in Gaza!
EU-Israel Assoziierungsabkommen aussetzen
Israel begeht seit Jahren einen Genozid und andere Völkerrechtsverbrechen an der palästinensischen Bevölkerung. Und kommt damit straflos davon. Das ermöglicht weitere Verbrechen, wie im Westjordanland und im Libanon. Israel muss für seine Verbrechen endlich die Konsequenzen tragen. Die österreichische Bundesregierung soll sich mit konkreten Maßnahmen für ein dauerhaftes Ende des Genozids in Gaza und weiterer Völkerrechtsverstöße Israels einsetzen und Rechenschaft einfordern. Sie muss für das Aussetzen des EU-Israel Assoziierungsabkommens stimmen!
Die Lage der Menschen in Gaza bleibt katastrophal. Israel nutzt Hunger als Kriegswaffe, Kinder sterben an Unterernährung. Trotz internationaler Kritik blockiert Israel weiterhin systematisch lebenswichtige Hilfslieferungen in den Gazastreifen – Nahrung, Wasser und Medikamente. Gleichzeitig schränkt die Regierung den Zugang und die Arbeit humanitärer Organisationen, Menschenrechtsbeobachter*innen und Journalist*innen vor Ort gezielt ein.
Beendet Israels Straflosigkeit!
Israels Straflosigkeit beenden
Der Genozid in Gaza geht also weiter. Israel kommt bisher straflos davon und weitet seine Völkerrechtsverbrechen weiter aus. Es treibt die illegale Annexion des Westjordanlands voran, verschärft die Todesstrafe de facto nur für Palästinenser*innen und verletzt auch im Libanon das humanitäre Völkerrecht.
Österreich muss endlich eine klare Antwort auf Israels systematische Vernichtung und Apartheid der palästinensischen Bevölkerung zeigen und Druck aufbauen. Die Regierung muss sich für ein Aussetzen des EU-Israel Assoziierungsabkommens einsetzen, welches Israel unter anderem wichtige Handelsvorteile garantiert!
Während weltweit UN-Gremien, Staaten und Menschenrechtsorganisationen Druck auf Israel aufbauen und immer mehr EU-Mitgliedsstaaten ein Aussetzen des EU-Israel-Assoziierungsabkommens fordern, hält die österreichische Bundesregierung – mit höchstens milder Kritik – an ihrer Unterstützung der israelischen Regierung fest.
Österreich, insbesondere als Bewerber für den UN-Sicherheitsrat, muss sich endlich aktiv auf die Seite des Völkerrechts stellen. Wir fordern von der österreichischen Regierung, dringend folgende Maßnahmen zu setzen:
- Unterstützen Sie ein Verbot von Handel und Investitionen mit den illegalen Siedlungen im besetzten palästinensischen Gebiet.
- Stimmen Sie der Aussetzung des EU-Israel Assoziierungsabkommens als Ganzes oder zumindest in Teilen zu und wirken Sie auf Ihre deutschen und italienischen Kolleg*innen ein, dies ebenfalls zu tun.
- Schützen Sie internationale Gerichtshöfe und UNO vor Angriffen und US-Sanktionen.
MUSTERBRIEF
APPELLE AN
Bundesministerium für europäische und internationale
Angelegenheiten
z. H. Frau Bundesministerin Mag. Beate Meinl-Reisinger, MES,
Minoritenplatz 8
1010 Wien
ANMERKUNGEN
Ich fordere Sie daher dringend auf, folgende Maßnahmen zu setzen:
- Stimmen Sie der Aussetzung des EU-Israel Assoziierungsabkommens als Ganzes oder zumindest in Teilen zu und wirken Sie auf Ihre deutschen und italienischen Kolleg*innen ein, dies ebenfalls zu tun.
- Schützen Sie uneingeschränkt den Internationalen Strafgerichtshof, den Internationalen Gerichtshof, UNRWA und die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete vor Angriffen und Sanktionen.
- Unterstützen Sie ein Verbot von Handel und Investitionen mit den illegalen Siedlungen im besetzten palästinensischen Gebiet.
INHALT
Sehr geehrte Frau Bundesministerin,
ich möchte Sie dringend bitten, als österreichische Außenministerin die Aussetzung des Assoziierungsabkommens der EU mit Israel zu unterstützen.
Die EU-Kommission selbst hat im Sommer 2025 festgestellt, dass Israels völkerrechtswidriges Vorgehen gegen Palästinenser*innen gegen die Menschenrechtsklausel in Artikel 2 des Assoziierungsabkommens verstößt. Die Aussetzung dieses Abkommens ist eine längst überfällige rechtliche Verpflichtung der EU – keine optionale Maßnahme.
Österreich und die EU müssen endlich konkrete Schritte setzen, um den Völkermord Israels an den Palästinenser*innen im Gazastreifen, die illegale Besatzung des palästinensischen Gebiets und das israelische System der Apartheid zu beenden. Mit dem neuen Gesetz zur Todesstrafe, das de facto ausschließlich auf Palästinenser*innen anwendbar ist, hat Israel erneut eine rote Linie der EU überschritten.
Österreich hat nicht zuletzt in Hinblick auf seine Kandidatur um einen nicht-ständigen Sitz im UN[1]-Sicherheitsrat eine besondere Verantwortung, das Völkerrecht und unsere regelbasierte Weltordnung zu stärken. Zudem ist die weltweite Abschaffung der Todesstrafe eine zentrale Priorität der österreichischen und der europäischen Außenpolitik. Österreich muss jetzt klar für die Einhaltung des Völkerrechts einstehen!
Ich fordere Sie daher dringend auf, folgende Maßnahmen zu setzen:
- Stimmen Sie der Aussetzung des EU-Israel Assoziierungsabkommens als Ganzes oder zumindest in Teilen zu und wirken Sie auf Ihre deutschen und italienischen Kolleg*innen ein, dies ebenfalls zu tun.
- Schützen Sie uneingeschränkt den Internationalen Strafgerichtshof, den Internationalen Gerichtshof, UNRWA und die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete vor Angriffen und Sanktionen.
- Unterstützen Sie ein Verbot von Handel und Investitionen mit den illegalen Siedlungen im besetzten palästinensischen Gebiet.
Hochachtungsvoll,
Wir fordern von der österreichischen Bundesregierung
-

Assoziierungsabkommen aussetzen
Zustimmung für ein Aussetzen des EU-Israel Assoziierungsabkommens als Ganzes oder zumindest in Teilen. Das heißt, das Aussetzen des Handelsteils sowie des Zugangs Israels zu Horizon und Erasmus+ Programmen.
-

Waffenlieferungen stoppen
Einsatz für ein Ende jeglicher Waffenlieferungen und militärischer Unterstützung an Israel.
-

Ende jeglicher Zusammenarbeit & Unterstützung
Ende jeglicher Zusammenarbeit und finanzieller Unterstützung israelischer Einrichtungen, die zu Israels Genozid, Kriegsverbrechen, Apartheid und illegalen Besetzung beitragen könnten.
-

Keine visafreie Einreise für israelische Siedler*innen
Zustimmung für ein Ende der visafreien Einreise israelischer Siedler*innen in die EU.
-

Verbot von Handel und Investitionen
Verbot von Handel und Investitionen mit den illegalen Siedlungen auf nationaler Ebene und die Zustimmung zu einem solchen Verbot auch auf EU-Ebene.
-

Gezielte Sanktionen
Gezielte Sanktionen von Österreich und der EU gegen Vertreter*innen Israels, die in Völkerrechtsverbrechen involviert sind.
-

Sterbliche Überreste übergeben, Inhaftierte freilassen
Die sterblichen Überreste aller toten Geiseln im Gazastreifen und aller toten palästinensischen Gefangenen und Inhaftierten müssen sofort und bedingungslos an die Angehörigen übergeben werden. Alle willkürlich inhaftierten Palästinenser*innen müssen freigelassen werden.
Die Einordnung Genozid
Die Untersuchung von Amnesty International zeigt auf, wie Israel durch seine Politik, Handlungen und Unterlassungen einen Völkermord an den Palästinenser*innen im Gazastreifen begangen hat und weiterhin begeht. Diese Einordnung haben wir nicht leichtfertig getroffen. Unsere Expert*innen haben über 200 Zeug*innen befragt, tausende Dokumente und Videomaterial analysiert. Die Beweise sind erdrückend. Israel begeht die in der Völkermordkonvention definierten Handlungen mit dem Vorsatz, Palästinenser*innen im Gazastreifen als Gruppe zu zerstören. Hierzu zählen Tötungen von Mitgliedern der Gruppe, die Verursachung schwerer körperlicher oder seelischer Schäden sowie das vorsätzliche Schaffen von Lebensbedingungen, die geeignet sind, die körperliche Zerstörung der Gruppe der Palästinenser*innen im Gazastreifen ganz oder teilweise herbeizuführen.
Wir brauchen eine Alternative zum aktuellen Diskurs, zu einer Politik, die von der Hamas und der israelische Regierung gekapert wurde. Extremistische Politiker auf beiden Seiten profitieren vom Blutvergießen, auch wenn sie dafür unsere Zukunft opfern. Hoffnung und Friede ist das einzige Heilmittel für Israelis und Palästinenser*innen. Das wird mit Sicherheit nicht einfach sein. Wir befinden uns in einer schrecklichen Lage mit so vielen Opfern und so viel Zerstörung. Aber wir dürfen nicht aufgeben.
Maoz Inon, israelischer Unternehmer und Friedensaktivist










