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Seit Jahrzehnten begeht Israel schwere Menschenrechtsverletzungen an der palästinensischen Bevölkerung und kommt damit weitgehend straflos davon. Die illegale Besatzung, das System der Apartheid, der Genozid in Gaza: All das geschah und geschieht vor den Augen der Weltgemeinschaft. Ein Waffenstillstand allein ändert daran nichts. Solange Rechenschaft ausbleibt, ermöglicht diese Straflosigkeit weitere Verbrechen.
Die menschenrechtliche Situation in Israel und im Besetzten Palästinensischen Gebiet ist seit vielen Jahren katastrophal. Die israelische Besatzung in Palästina ist die längste militärische Besetzung der Welt und gilt zudem als eine der tödlichsten. Schon lange ist sie durch großflächige und systematische Menschenrechtsverletzungen gegen Palästinenser*innen gekennzeichnet. Im Laufe der Jahre hat sich die militärische Besetzung zu einer Dauerbesatzung durch Israel entwickelt, die damit gegen das Völkerrecht verstößt. Die israelischen Behörden haben im gesamten Besetzten Palästinensischen Gebiet ein System der Unterdrückung und Herrschaft gegen Palästinenser*innen durchgesetzt, dass dem Verbrechen der Apartheid entspricht.
Im Gazastreifen herrscht eine chronische humanitäre Krise, die in erster Linie durch die seit Langem völkerrechtswidrige Blockade Israels verursacht ist. Nach den grauenvollen von der Hamas verübten Verbrechen vom 7. Oktober 2023 hat der israelische Staat im Zuge seiner Militäroffensive Leid und Zerstörung über die Palästinenser*innen im Gazastreifen gebracht und vor unser aller Augen einen Genozid an der palästinensischen Bevölkerung in Gaza begangen.
Seit Oktober 2023 hat die israelische Armee Hunderttausende Menschen vertrieben und ihre Lebensgrundlagen systematisch zerstört, Zehntausende wurden verletzt und getötet. Die gesamte Infrastruktur, Wohnhäuser, Straßen, Krankenhäuser, Schulen, wurde zerstört, das Gesundheitssystem und die Nahrungsmittelproduktion sind praktisch zum Erliegen gekommen.
Es ist seit 2023 eine humanitäre Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes. Hunger ist in Gaza weiter an der Tagesordnung, Kinder sterben an Unterernährung. Mütter können nicht mehr stillen. Familien stehen vor der Wahl: Verhungern – oder das Risiko eingehen, beim Essen holen erschossen zu werden.
Trotz internationaler Kritik blockiert Israel systematisch lebenswichtige Hilfslieferungen in den Gazastreifen und setzt Hunger gezielt als Kriegswaffe ein. Nahrung, Wasser, Medikamente kommen nicht mehr an. Das Verteilprogramm für Hilfslieferungen GHF ist zur Gefahr für die palästinensische Bevölkerung geworden, wie hunderte Tötungen zeigen.
Der am 10. Oktober 2025 in Kraft getretene Waffenstillstand war ein Aufatmen, das die ganze Welt gespürt hat. Doch fast ein Jahr danach bleibt die Lage der Menschen in Gaza katastrophal. Der Genozid an den Palästinenser*innen in Gaza ist noch lange nicht vorbei. Ein nachhaltiger Frieden erfordert uneingeschränkte humanitäre Hilfe, ein Ende der illegalen Besatzung und der Apartheid sowie einen Rechenschaftsmechanismus, der den Opfern gerecht wird. Palästinenser*innen haben ein Recht auf Selbstbestimmung – sie müssen daher in alle Entscheidungen zu ihrer Zukunft einbezogen werden.
Der israelische Staat schafft damit vorsätzlich die Bedingungen für die Zerstörung der palästinensischen Bevölkerung in Gaza. Das ist Genozid. Und die österreichische Regierung schaut zu und belässt es bei leeren Worten.
Amnesty International kommt aufgrund der gesammelten Belege zu dem Schluss, dass der Staat Israel durch seine Politik, Handlungen und Unterlassungen einen Genozid an den Palästinenser*innen im Gazastreifen begangen hat und trotz Waffenstillstand weiterhin begeht. Die im Dezember 2024 veröffentlichte, umfassende Untersuchung zeigt auf, dass Israels Handlungen unter den Geltungsbereich der Völkermordkonvention fallen. Israel begeht die in der Konvention definierten Handlungen mit dem Vorsatz, Palästinenser*innen im Gazastreifen als Gruppe zu zerstören.
Unsere Recherchen ergeben, dass Israel Handlungen mit dem Vorsatz verübt, palästinensisches Leben im Gazastreifen auszulöschen.
Shoura Zehetner-Hashemi, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich
Die österreichische Bundesregierung muss aufhören, bei leeren Worten zu bleiben. Sie muss sich mit konkreten Maßnahmen für ein dauerhaftes Ende des Genozids in Gaza und weiterer Völkerrechtsverstöße einsetzen – und Rechenschaft einfordern. Ein erster, konkreter Schritt: Österreich muss für das Aussetzen des EU-Israel Assoziierungsabkommens stimmen.
Ein nachhaltiges Ende des Genozids in Gaza, der Besatzung und der Apartheid und der bedingungslose Schutz von Zivilist*innen müssen an oberster Stelle stehen. Alle Parteien dieses Konfliktes müssen sich an das humanitäre Völkerrecht und die Genfer Konventionen halten, Verantwortliche müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Das ist nicht verhandelbar.
Gestützt auf Recherchetätigkeit und Verifizierung von Fakten beobachtet und dokumentiert Amnesty International weiterhin die Handlungen aller Konfliktparteien. Unsere Untersuchungen zu Menschenrechtsverletzungen werden hier veröffentlicht. Wenngleich unser Anspruch ist, so schnell wie möglich über Menschenrechtsverletzungen zu informieren, können umfassende Untersuchungen im Sinne der gebotenen Sorgfalt teilweise Wochen, Monate oder in manchen Fällen Jahre bis zu ihrer Veröffentlichung benötigen.