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Amnesty Briefmarathon startet: Mit Millionen Briefen setzen wir ein Zeichen für die Menschenrechte

4. Dezember 2023

Im Zuge der „größten Menschenrechtskampagne der Welt“ werden seit mehr als 20 Jahren in Österreich zehntausende Briefe geschrieben, um Druck auf Regierungen auszuüben, die Menschenrechte zu achten und unrechtmäßige Verfolgung zu beenden. Der Briefmarathon heuer läuft in Österreich von 4. bis 15. Dezember; rund um den Tag der Menschenrechte am 10. Dezember gibt es ein umfassendes Rahmenprogramm inklusive dem „Amnesty Schreibsalon“, einem durchsichtigen Glascontainer vor dem Museumsquartier, wo bei Punsch und Keksen gemeinsam Briefe geschrieben werden.

In der globalen Kampagne, die traditionell immer Anfang Dezember läuft, ruft die Menschenrechtsorganisation auf der ganzen Welt dazu auf, Briefe, Emails und SMS zu schicken und sich so für Freiheit und Gerechtigkeit für Menschen einzusetzen, die unrechtmäßig inhaftiert sind oder deren Menschenrechte verletzt wurden. Gleichzeitig sollen und können diese vielen Briefe, Emails und Postkarten den Betroffenen Mut machen und ihnen zeigen, dass sie nicht alleine sind und sich viele für ihre Sache einsetzen. Im vergangenen Jahr wurden in Österreich mehr als 30.000 Briefe geschrieben, weltweit waren es über fünf Millionen. 3.500 heimische Schüler*innen haben sich an der Aktion beteiligt, auch heuer machen wieder dutzende Schulen mit.

In die Zeit des Briefmarathons fällt auch immer der 10. Dezember, der Internationale Tag der Menschenrechte. Heuer steht dieser ganz im Zeichen des 75-Jahr-Jubiläums der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Aus diesem Anlass wird in Kooperation mit Amnesty International am 10. Dezember am Burgtheater die gelbe Amnesty-Kerze zu sehen sein; außerdem gibt es dort und im Akademietheater eine Lesung zum Thema Menschenrechte.

Damit soll ein weithin sichtbares Zeichen gesetzt werden, dass die Menschenrechte nach wie vor gültig sind und weltweit unter Bedrängnis stehen. Aber auch dafür, dass wir uns alle einsetzen und zum Schutz der Menschenrechte beitragen können.

Shoura Zehetner-Hashemi, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich

Geschrieben wird heuer für die folgenden drei Fälle, die im Fokus der Kampagne in Österreich stehen:

Chaima Issa aus Tunesien 

Der tunesischen Menschenrechtsaktivistin Chaima Issa drohen 10 Jahre Haft in einem tunesischen Gefängnis. Sie hatte die tunesische Regierung und die sich zunehmend verschlechternde Menschenrechtslage in ihrem Land öffentlich kritisiert.

Daraufhin wurden ihre Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt und mehrere Gerichtsverfahren gegen sie eröffnet, unter anderem wegen angeblicher „Verschwörung“. Amnesty International fordert die tunesischen Behörden auf, alle Anklagen gegen Chaima sofort und bedingungslos fallenzulassen.

Justyna Wydrzyńska aus Polen

Justyna Wydrzyńska setzte sich in ihrem Heimatland für den sicheren Zugang zu Informationen und Hilfe für schwangere Menschen ein. Das von Justyna mitbegründete aktivistische Kollektiv „Abortion Dream Team“ kämpft für Entstigmatisierung und bietet Betroffenen Unterstützung im Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen. 

Als sie einer betroffenen Frau ein Medikament für einen sicheren Schwangerschaftsabbruch schickte, wurde sie angeklagt und zu acht Monaten gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Weil Justynas Verurteilung stellt einen gefährlichen Präzedenzfall darstellt fordert Amnesty International eine Aufhebung des Urteils.

Uncle Pabai und Uncle Paul, Australien 

Die Bewohner*innen der Inseln der Torres-Straße in Australien bekommen den Klimawandel seit Jahren immens zu spüren. Der steigende Meeresspiegel und regelmäßige Überflutungen zerstören die Gebäude, Infrastruktur und Lebensmittelproduktion der Inseln. Die indigenen Gemeinschaften, die die Inseln seit Jahrtausenden bewohnen, fürchten um ihre Lebensgrundlagen und ihre Heimat.

Die Gemeindeleiter Uncle Pabai und Uncle Paul, die aus Respekt mit „Uncle“ angesprochen werden, fordern von der australischen Regierung nun vor Gericht angemessene Maßnahmen, um ihre Heimatinseln zu bewahren. Im Zuge des Briefmarathons unterstützt Amnesty International ihre Forderungen und fordert von der australischen Regierung, angemessene Maßnahmen gegen den Klimawandel zu treffen, um die Lebensgrundlage der Gemeinschaften der Torres-Straße zu bewahren.

 Worte verändern Leben – Briefe schreiben für Gerechtigkeit

Wer sich für diese drei Fälle wirksam engagieren möchte, ist aufgerufen, einen Brief an Amnesty zu schicken – gemeinsam werden diese Briefe dann an die Verantwortlichen weitergeleitet, um Druck aufzubauen, die unrechtmäßigen Inhaftierungen oder Verurteilungen aufzuheben bzw. Anklagen fallen zu lassen. „Einen einzelnen Brief kann man ungelesen weglegen. Millionen von Schreiben, die auf die Einhaltung von Menschenrechten pochen, können aber nicht ignoriert werden“, bringt es Shoura Hashemi-Zehetner auf den Punkt.

Erfolge: “Wir beginnen nun unsere Reise zur Heilung”

Dass der Briefmarathon wirksam ist, zeigen die Erfolge der vergangenen Jahre. Erst heuer wurden Joanah Mamombe und Cecillia Chimbiri von einer der Anklagen freigesprochen, nachdem sie 2020 wegen der Leitung eines regierungsfeindlichen Protests verhaftet worden waren. Dies ist ein bedeutender Schritt nach vorn für die beiden. Als sie die vielen Unterstützungsbriefe gelesen hat, sagte Joanah "Vielen Dank an unsere Freunde von Amnesty International, die uns all diese Briefe geschrieben haben. Wir beginnen nun unsere Reise zur Heilung."

Amnesty Briefmarathon: Schreiben für Menschen in Gefahr

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