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Amnesty International Jahresbericht 2020

Coronakrise verschärft bestehende ungleichheiten

Amnesty veröffentlicht den aktuellen Jahresbericht zur Lage der Menschenrechte 2020 weltweit. Der Bericht zeigt, wie bestehende Ungerechtigkeiten dazu geführt haben, dass Minderheiten, Geflüchtete, ältere Menschen und Frauen unverhältnismäßig stark von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen sind. Während sich 2020 vielerorts Probleme zuspitzten, setzten sich – trotz verschärfter Bedingungen – Hunderttausende weltweit für Menschenrechte ein und konnten wichtige Errungenschaften für die Menschen und ihre Rechte erkämpfen.

Fortschritte und Erfolge

2020 forderten Protestbewegungen wie die Black Lives Matter-Bewegung und die #EndSARS-Proteste in Nigeria lautstark Lösungen ein und mit virtuellen Klimastreiks enstanden neue Formen des Protests. In Kuwait, Südkorea und im Sudan wurden neue Gesetze zur Verhinderung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen verabschiedet. In Argentinien, Nordirland und Südkorea wurden Schwangerschaftsabbrüche entkriminalisiert.

56% der Staaten führten diskriminierende COVID-19-Maßnahmen ein

Amnesty International dokumentierte in mindestens 83 der 149 im Jahresbericht enthaltenen Länder Maßnahmen von Regierungen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie, die sich für bereits marginalisierte Gruppen diskriminierend auswirkten. Einige Staaten wie z.B. Brasilien und die Philippinen setzten auf unverhältnismäßige Gewaltanwendung. Die Corona-Pandemie wurde außerdem zum Vorwand genommen, die freie Meinungsäußerung weiter einzuschränken, etwa in China oder in den Golf-Staaten.

36% der Staaten inhaftierten Gewissensgefangene

In mindestens 53 der 149 im Amnesty Jahresbericht enthaltenen Ländern wurden Menschen 2020 als Gewissensgefagene inhaftiert. Inhaftierte sind in Gefängnissen weltweit einem erhöhten COVID-19-Risiko ausgesetzt. In 48 der 149 Staaten dokumentierte Amnesty, dass Inhaftierte durch Maßnahmen, die Regierungen implementierten, stärker gefährdet wurden, anstatt geschützt.

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